Play Session: Decolonizing Pop Music

Dienstag, 15. Oktober, 2019, 20:00 Uhr, Saal Altes Theater
Play Session: Decolonizing Pop Music
Ein Format von und mit Prof. Dr. Holger Lund

Warum hören wir das, was wir hören? Wer hat Zugriff auf unsere Ohren und was für Machtstrukturen stehen hinter diesem Zugriff? Wieso gibt es brasilianische Musikvideos mit einer halben Milliarde Views auf Youtube, von denen ich weder Titel noch Interpret*innen kenne? Wer selektiert hier für mich? Wer zieht meine musikalischen Grenzen?

Wir alle lernen Musik im Zuge unserer Sozialisation kennen – meist entlang eines westlich dominierten Kanons der Popmusik und ihrer Geschichte. Doch Popmusik ist ein globales Phänomen, es teilt sich auf in Pop und Hybrid-Pop. Letzterer umfasst alle Formen der Verbindung von westlich-globalem Pop und lokalen Musiken mit ihren Sprachen, Instrumenten, Melodien, Rhythmen, Harmonien und Kompositionen. Inzwischen wird dieser Hybrid-Pop immer mehr erforscht – vom Westen aus. Erneut haben nicht-westliche Länder keine Hoheit über ihre eigene Musikgeschichte und ihr kulturelles Erbe. Zeit für einen dekolonialen Zugriff auf Hybrid-Pop, der auch der Frage nachgehen soll, wie man dekolonial Hören kann.

Literatur: https://norient.com/stories/decolonizing-pop-music/