dilute

dilute

2012 freies künstlerisches Projekt
Studierender: Nico Kalisch
Betreuer: Prof. Herbert Moser, Christoph Frick

Wie hat man sich das Paradies vorzustellen?
Es muss ein Ort, ein Zustand der absoluten Ruhe sein, meint Nico Kalisch. Fern von Stress, Zeit- oder Erfolgsdruck. Doch gibt es solche ruhigen paradiesischen Momente in unserem Alltag überhaupt noch? Auf der Suche nach diesen stößt er auf das morgendliche Duschen, welches er an sich selbst beobachtet und anschließend filmisch inszeniert. Auf den ersten Blick scheint das Duschen tatsächlich ein zeitloses Moment der Ruhe zu sein: Langsam läuft das Wasser übers Gesicht, langsam verrinnt die Zeit, das Ticken des Uhrzeigers ist als solches kaum wahrzunehmen. Diese Ruhe ist jedoch eine trügerische, rein äußerliche. Schnelle Zeitrafferszenen aus morgendlichen Ritualen, getrieben vom schnellerwerdenden Takt der Uhr unterbrechen wieder und wieder. Das Gehirn arbeitet bereits auf Hochtouren und ist mit der Planung zukünftiger Ereignisse beschäftigt.

Der englische Titel „dilute“ bedeutet „verwässern“ oder „verdünnen“. Genau dies passiert heutzutage mit der Ruhe im Leben. Selbst beim Duschen, einem scheinbar ruhigen, zeitlosen, intimen Moment, wird die Ruhe verwässert und weggespült. Wohin führt uns diese Lebensweise? „Dilute“ liefert darauf keine Antwort, sondern soll dazu anregen seine eigene Antwort zu finden.