„Kontempo“ ist ein Begriff, der als Neologismus in der unabhängigen Kunstszene Kinshasas entstanden ist. Als Gegenerzählung zum westlich geprägten akademischen Diskurs hat sich „Kontempo“ als neuer Code und Neuinterpretation des Begriffs „zeitgenössisch“ in Kinshasa etabliert.

Innerhalb des Projekts arbeiten lokale und internationale Künstler*innen, Spezialist*innen, Forscher*innen und Theoretiker*innen in einem transdisziplinären Experimentierraum zusammen, um gemeinsame Strukturen postkolonialer Macht und dominante Strömungen in internationalen zeitgenössischen Kunstszenen zu hinterfragen.

Im Mittelpunkt steht der Austausch lokaler Perspektiven aus Kinshasa zu Themen, die international diskutiert werden, aber direkten Einfluss auf das tägliche Leben und künstlerische Strömungen haben. Zu diesen Themen gehören Stereotype in der Wahrnehmung Afrikas und afrikanischer Kulturen, postkoloniale Realitäten und deren Machtdynamiken sowie sprachliche, intellektuelle und epistemische Hierarchien.

Im Projekt Laboratoire Kontempo 2021/22, das in Zusammenarbeit mit Acud Macht Neu (Berlin) entwickelt wurde, liegt der Fokus auf einem Austausch zwischen lokalen Perspektiven aus Kinshasa und Berlin. Als Labor für Interaktionen, Aushandlungsprozesse und Konflikte ist das Laboratoire Kontempo 2021/22 ein Raum, in dem vielschichtigen Perspektiven, Praktiken und Konzepten Raum gegeben wird. Kollaboration ist hier eine wichtige Strategie der Dekolonisierung.

Weitere Informationen: Lab Kontempo

 

Präsentation von fluctuating images, Berlin (tba):

Wenn Künstler*innen feiern…

Bei der Präsentation

der Berliner Kulturplattform fluctuating images nehmen Cornelia Lund und Holger Lund Sie mit auf einen Rundgang durch die unterschiedlichen Projekte und Ansätze, die ihre Arbeit prägen. Ein Thema, das ihnen schon lange am Herzen liegt, ist die Party. Die Party als gesellschaftliches Ereignis, aber auch als Ort der Präsentation und künstlerischen Produktion. Cornelia Lund und Holger Lund schlagen anhand historischer und zeitgenössischer Beispiele vor, zu untersuchen, wie das Phänomen der Party einen experimentellen Horizont für die Begegnung verschiedener zeitgenössischer künstlerischer Praktiken von Musik, Tanz, Performance, Licht und Kino mit plastischer Kunst öffnet. Auch für die Künstler*in ist die Party ein zentrales Thema: Wenn Künstler*innen feiern, was machen sie? Ist die Party eher eine Arbeitsmöglichkeit für sie? Und wenn ja, wie wirkt sich die aktuelle Situation auf diese Arbeit aus, wenn Partys in einer Online-Minecraft-Bar stattfinden?

fluctuating images ist eine unabhängige, nicht-kommerzielle Plattform zur Präsentation und Reflexion von (Medien-)Kunst und Design. Ziel ist es, den Austausch zwischen ästhetischen und diskursiven Ansätzen zu den vielfältigen Herausforderungen unserer technologie- und mediengetriebenen Welt zu fördern und dabei eine dekoloniale Perspektive einzunehmen. fluctuating images manifestiert sich vor allem in Screenings, Vorträgen, Lesungen, Performances und Konzerten sowie in Print- und Online-Publikationen. Unsere Arbeitsweise basiert auf der Zusammenarbeit zwischen Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen, sowohl lokal als auch international.

Cornelia Lund und Holger Lund sind die beiden Hauptkuratoren von fluctuating images.

Cornelia Lund ist Research Fellow an der Hochschule für Bildende Künste Bremen und Holger Lund ist Professor für Kunst- und Designtheorie an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg.

Weitere Informationen:

https://labkontempo.com/

https://acudmachtneu.de/