Lost in Translation
Artist Talk mit Mukenge/Schellhammer
Mukenge/Schellhammer gibt Einblick in aktuelle Arbeitsprozesse und geht insbesondere auf die Rolle der Übersetzung in der künstlerischen Arbeit des Duos ein: In aktuellen multimedialen Arbeitsreihen entsteht aus visuellen Übersetzungen zwischen digitalem und analogem Raum eine eigenständige Ästhetik. Das Duo untersucht und beobachten, was in diesem Prozess verloren geht, hinzugefügt oder verändert wird.
Darüber hinaus beschäftigt sich Mukenge/Schellhammer mit interdisziplinären Ansätzen und arbeitet mit verschiedenen Autor:innen und Theoretiker:innen zusammen, um einen Dialog zwischen bildender Kunst, Theorie und Literatur herzustellen. Diese Zusammenarbeit hat zur Entstehung mehrsprachiger Publikationen geführt, die Kontinente und Sprachen verbinden und gleichzeitig interkulturelle Missverständnisse und künstlerische Traditionen in den Übersetzungsprozess einbeziehen.
Im Rahmen des Vortrags wird Mukenge/Schellhammer aktuelle Multimedia-Werkserien in einer Präsentation vorstellen. Das Duo zeigt Ausschnitte aus der Performance-Reihe “Stretching the Notion of Painting” (u.a. im Kunstmuseum Ravensburg, 2025), der Ausstellung „Forward Flight“ (Galerie Barbara Thumm, März 2024) und ihren Beitrag zur Gruppenausstellung „Between pixel and pigment: Hybrid painting in post-digital times“ (Marta Herford, Juli-November 2024). Außerdem werden sie die Publikationen „Pool Malebo” (2023) vorstellen, eine Zusammenarbeit zwischen Fiston Mwanza Mujila, Marian Kaiser und Mukenge/Schellhammer, und dem Projekt “Kokende Liboso Eza Kokoma Te” von Laboratoire Kontempo, kuratiert von Dzekashu MacViban (2025).
Biografien
Christ Mukenge (*1988 in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo) und Lydia Schellhammer (*1992 in Konstanz, Deutschland) leben und arbeiten seit 2016 als Künstler:innenduo Mukenge/Schellhammer zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo. Ihr Werk ist geprägt von unterschiedlichen kongolesischen und westlichen Malereitraditionen sowie zeitgenössischer Populärkultur.
In den letzten Jahren hat sich zwischen den Methoden, Ausdrucksweisen und visuellen Gewohnheiten der beiden Künstler:innen ein dritter Stil entwickelt: die Bildsprache des „Duos“. Das Duo ist zu einem eigenständigen Wesen mit eigenen formalen Besonderheiten und einer eigenen Ästhetik geworden, zu einem zweiköpfigen Monster, das durch den Druck unserer Gegenwart geformt und deformiert wird. Es entsteht eine kollektive Bildsprache, die sich gängiger Zuschreibungen und Stereotypisierungen von Urheberschaft, künstlerischer Tradition und geografischer Verortung entzieht.
Mukenge/Schellhammer erweitert den malerischen Ansatz auf verschiedene Medien, unter anderem durch die Arbeit mit Virtual und Augmented Reality (VR und AR), Video und Performance.
Mukenge/Schellhammers Arbeiten wurden international gezeigt, u.a. auf dem panafrikanischen Videofestival „BodaBoda Lounge“ (2020), dem Guggenheim Museum in New York (2020/2021), der ifa Galerie Stuttgart (2022), der Yango Biennale Kinshasa (2022), dem Museum Marta Herford (2024), Fellbach Triennale (2025) und der Galerie Barbara Thumm (2024). Im Jahr 2021/22 war Mukenge/Schellhammer Stipendiat*in an der Akademie Schloss Solitude und im Jahr 2023 der Kunststiftung Baden-Württemberg.